Erschöpfung

Erschöpfung

January 01, 20263 min read

“Erschöpfung ist die kleine Schwester des Burnouts”


Erschöpfung kommt leise. Sie klopft nicht an, sie steht einfach irgendwann im Raum. Am Anfang wirkt sie harmlos, ein bisschen müde, ein bisschen weniger Energie. Doch genau hier liegt die Gefahr. Erschöpfung ist oft der erste Vorbote eines Burnouts.

Wenn Müdigkeit mehr ist als Schlafmangel

Kennst du das Gefühl, genug geschlafen zu haben und trotzdem wie leer zu sein? Das ist keine normale Müdigkeit. Erschöpfung fühlt sich an, als würde dein innerer Akku nicht mehr richtig laden. Egal wie lange du ihn am Strom lässt, er bleibt halbvoll. Konzentration fällt schwer, kleine Aufgaben fühlen sich an wie schwere Gewichte und selbst Dinge, die dir früher Freude gemacht haben, wirken farblos.

Der schmale Grat zum Burnout

Burnout entsteht selten plötzlich. Meist geht ihm eine lange Phase der Erschöpfung voraus. Der Unterschied liegt weniger in der Intensität als in der Dauer. Erschöpfung ist ein Warnsignal, Burnout der Zustand, wenn Warnsignale über lange Zeit ignoriert werden.

Während Erschöpfung oft noch mit Pausen, Anpassungen und Unterstützung aufgefangen werden kann, fühlt sich Burnout an wie ein kompletter Systemabsturz. Nichts geht mehr, weder körperlich noch emotional. Deshalb ist es so wichtig, die kleine Schwester ernst zu nehmen, bevor sie ihre grosse Schwester mitbringt.

Warum wir Erschöpfung oft ignorieren

Viele von uns haben gelernt, durchzuhalten. Leistung wird belohnt, Pausen werden belächelt. Erschöpfung passt nicht in dieses Bild. Also reden wir sie klein. "Ich muss mich nur zusammenreissen". "Nach dem nächsten Projekt wird es ruhiger". "In den Ferien erhole ich mich dann schon".

Das Problem ist, Erschöpfung funktioniert nicht wie ein Muskelkater, der von selbst verschwindet. Sie ist eher wie ein Riss im Stoff. Je länger du daran ziehst, desto grösser wird er.

Erste Schritte zurück zu dir

Erschöpfung bedeutet nicht, dass du schwach bist. Sie bedeutet, dass du zu lange stark warst. Der erste Schritt ist, sie wahrzunehmen und ernst zu nehmen.

Hilfreich kann sein, dein Leben wie ein Konto zu betrachten. Jede Aufgabe, jeder Konflikt, jede Verpflichtung ist eine Abbuchung. Pausen, Freude, Schlaf, Bewegung und echte Erholung sind Einzahlungen. Wenn du dauerhaft mehr abhebst als einzahlst, rutschst du ins Minus. Erschöpfung zeigt dir genau diesen Kontostand.

Erschöpfung ist kein Makel, sondern eine Botschaft. Sie sagt dir, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Wenn du hinhörst, kannst du gegensteuern. Wenn du sie ignorierst, übernimmt irgendwann das Burnout das Wort.

Achte auf die leisen Signale. Sie sind oft die ehrlichsten.

Wie behandeln wir deine Erschöpfung / Burnout?

Wir schauen zuerst den Menschen als Ganzes an, von Kopf bis Fuss. Uns interessiert, wie du funktionierst, was dich antreibt und vor allem, was dir Energie abzieht. Dabei tauchen oft Energieräuber auf, die im Alltag kaum auffallen, zum Beispiel Ernährung, mögliche Nährstoffmängel, zu wenig Bewegung oder ein Schlaf, der zwar lang genug ist, aber nicht wirklich erholsam.

Dann gibt es die zäheren Themen, die eher im Kopf wohnen. Glaubenssätze wie, ich muss das und das, man macht das halt so, oder was denken die anderen. Dazu kommen Perfektionismus und die Schwierigkeit, Grenzen zu setzen. Das sind wie unsichtbare Gummibänder, die dich immer wieder in alte Muster zurückziehen, selbst wenn du eigentlich schon spürst, dass es so nicht weitergeht.

Oft gibt es auch einen blinden Fleck. Etwas, das du in deinem Leben nicht richtig siehst, weil du es so gewohnt bist. Genau dieser Punkt hält viele im Hamsterrad fest, obwohl sie sich nach Ausstieg sehnen.

Unsere Arbeit setzt auf eine kluge Kombination aus verschiedenen Therapieansätzen. Nicht alles auf einmal, sondern so, dass es schnell spürbar entlastet und dich Schritt für Schritt zurück in deine Selbstwirksamkeit bringt. Wie wenn du ein System, das ständig überhitzt, erst abkühlst, dann neu einstellst und danach stabil weiterlaufen lässt.

Zusätzlich bekommst du alltagstaugliche Tools, die du direkt umsetzen kannst. Kleine Hebel mit grosser Wirkung, damit du den Prozess aktiv mitgestaltest und nicht nur passiv hoffst, dass es irgendwann besser wird.

Welche zwei oder drei Energieräuber würdest du heute spontan nennen, wenn du ehrlich auf deinen Alltag schaust?

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