
Unverträglichkeit von Protein
“Wenn es Blähungen nach Proteinpulver gibt, sind Aminosäuren eine gute Alternative”
Aminosäuren statt Eiweiss – Hilfe bei Verdauungsproblemen und Unverträglichkeiten
Viele Menschen vertragen Eiweisspräparate oder eiweissreiche Nahrungsmittel nur schlecht. Blähungen, Druckgefühl, Völlegefühl oder Müdigkeit nach proteinreichen Mahlzeiten sind typische Beschwerden.
Hier können freie Aminosäuren eine wertvolle Alternative sein – sie entlasten die Verdauung und versorgen den Körper trotzdem mit allen wichtigen Bausteinen.
1. Eiweissverdauung – warum sie manchmal Probleme macht
Damit der Körper Eiweiss (Protein) verwerten kann, muss es zuerst im Magen und Dünndarm in einzelne Aminosäuren zerlegt werden.
Dazu braucht er:
• ausreichend Magensäure,
• funktionierende Verdauungsenzyme (z. B. Trypsin, Pepsin),
• eine gesunde Darmschleimhaut.
Wenn einer dieser Schritte gestört ist, bleibt ein Teil des Proteins unverdaut. Die Folge:
• Blähungen und Völlegefühl
• Aufstossen oder Magendruck
• Durchfall oder weicher Stuhl
• Unverträglichkeitsreaktionen, besonders auf Milch- oder Sojaprotein
Auch bei älteren Menschen, Stress, Darmstörungen oder nach Operationen ist die Eiweissverdauung oft eingeschränkt.
2. Freie Aminosäuren – Eiweiss ohne Verdauungsbelastung
Freie Aminosäuren sind bereits die aufgespaltene Form von Eiweiss.
Sie müssen nicht mehr verdaut werden, sondern werden direkt über die Darmschleimhaut aufgenommen – meist innerhalb von 15–30 Minuten.
Das bedeutet:
• kein Blähbauch oder Druckgefühl
• keine Belastung durch Laktose, Gluten oder Soja
• schnelle Aufnahme und sofortige Verfügbarkeit
Freie Aminosäuren sind daher ideal für Personen mit:
• empfindlicher Verdauung
• Unverträglichkeiten (Milch, Soja, Gluten)
• entzündlichen Darmerkrankungen
• Rekonvaleszenz nach Krankheit oder Operation
3. Unterschied zwischen Aminosäuren und Proteinen

Kurz gesagt:
Proteine sind der „Vorratsspeicher“, Aminosäuren die „sofort einsatzbereiten Bausteine“.
4. Wann Aminosäuren besonders hilfreich sind
• Verdauungsprobleme: wenn Eiweissblähungen oder Völlegefühl verursachen
• Eiweissunverträglichkeiten: z. B. Laktose-, Soja- oder Glutenunverträglichkeit
• Ältere Menschen: bei reduzierter Magensäureproduktion
• Sport und Regeneration: zur schnellen Muskelversorgung mit BCAAs oder EAAs
• Krankheit oder Rekonvaleszenz: zur Nährstoffzufuhr, wenn feste Nahrung schwer vertragen wird
5. Wann Proteine sinnvoll bleiben
Proteine liefern eine gleichmässige, länger anhaltende Versorgung mit Aminosäuren und sind daher wichtig:
• für den Muskelaufbau
• zur langfristigen Eiweissversorgung
• als ergänzende Nährstoffquelle im Alltag
Ideal ist oft die Kombination:
• morgens oder abends ein leicht verdauliches Protein (z. B. Erbsenprotein),
• bei Bedarf zusätzlich freie Aminosäuren zur Entlastung oder gezielten Unterstützung.
6. Fazit
Wer Eiweiss nicht gut verdauen kann, ist mit freien Aminosäuren häufig besser bedient.
Sie liefern die gleichen Bausteine, aber ohne Verdauungsaufwand – schnell, sauber und verträglich.
Trotzdem bleibt ein hochwertiges Protein langfristig wichtig, um Muskeln, Enzyme und Immunsystem stabil zu halten.
Empfohlen:
• Bei Beschwerden → Aminosäuren zur Entlastung
• Für langfristige Ernährung → Kombination aus Aminosäuren und leicht verdaulichem Protein
Tipp aus der Praxis
Kombiniere freie Aminosäuren oder Kollagenpeptide immer mit Vitamin C und ausreichend Wasser.
Das unterstützt die Aufnahme und die Bildung von neuem Gewebe – ganz besonders bei Haut, Sehnen und Muskeln.
